17.03.2026

LC 224/2025: Erhöhung der Besteuerung im System des Pauschalgewinns (Lucro Presumido)

Das kürzlich verabschiedete Ergänzungsgesetz Nr. 224/2025 (LC 224/2025) hat wesentliche Änderungen in der brasilianischen Steuerlandschaft eingeführt, die gezielt auf Steuervergünstigungen des Bundes abzielen. In einem strategischen Schritt zur Anpassung der öffentlichen Haushalte hat die Bundesregierung das System des „Pauschalgewinns“ (Lucro Presumido) selbst als „Steuervorteil“ eingestuft und dessen Effizienz gesenkt.

Die Kernänderung: Der 10%-Zuschlag

Die wichtigste Auswirkung des LC 224/2025 ist die Erhebung eines Zuschlags von 10 % auf die Pauschalsätze, die zur Berechnung der Körperschaftsteuer (IRPJ) und des Sozialbeitrags auf den Nettogewinn (CSLL) herangezogen werden.

Diese Erhöhung ist nicht universell; sie gilt ausschließlich für den Teil des jährlichen Bruttoumsatzes, der 5.000.000,00 R$ (fünf Millionen Reais) übersteigt. Unternehmen mit einem Umsatz oberhalb dieser Schwelle werden daher mit einer höheren Steuerlast auf ihre Mehreinnahmen konfrontiert.

Inkrafttreten und Fristen

Die neuen Regeln treten nicht sofort in Kraft, was einen Spielraum für die Unternehmensplanung lässt. Der Zeitplan unterscheidet sich jedoch zwischen den beiden Steuerarten:

  • IRPJ: Die Erhöhung gilt ab dem 1. Januar 2026.

  • CSLL: Aufgrund des 90-Tage-Prinzips (noventena) gilt die Erhöhung ab dem 1. April 2026.

Strategische Auswirkungen und rechtliche Kontroversen

Diese Maßnahme verleiht dem System des Pauschalgewinns, das traditionell wegen seiner Einfachheit gewählt wurde, eine neue Komplexität. Unternehmen müssen nun strengere Kontrollen einführen, um die Einnahmen nach Tätigkeiten zu trennen und den Schwellenwert von 5 Mio. R$ während des Geschäftsjahres genau zu überwachen.

Aus rechtlicher Sicht ist die Einstufung einer vereinfachten Besteuerungsmethode (wie des Lucro Presumido) als „Steuervorteil“ höchst umstritten. Dies öffnet die Tür für gerichtliche Anfechtungen. Es wird infrage gestellt, ob die Regierung die Steuerbemessungsgrundlage unter dem Vorwand der „Subventionskürzung“ ohne hinreichende verfassungsrechtliche und budgetäre Rechtfertigung einseitig erhöhen darf.

Fazit

Das LC 224/2025 stellt einen deutlichen Kurswechsel in der Fiskalpolitik dar und signalisiert, dass selbst konsolidierte Steuersysteme Interventionen unterliegen. Für Unternehmen im Bereich der Solarenergie und andere mittelständische Betriebe ist es entscheidend, die Steuerplanung für 2026 neu zu bewerten. Eine spezialisierte Rechtsberatung ist unerlässlich, um die finanziellen Auswirkungen zu prüfen und mögliche gerichtliche Rechtsbehelfe zum Schutz des Cashflows auszuloten.

Autores:

  • EINAR TRIBUCI
Fale com a gente
Tribuci Fonseca Advogados

© 2026 Tribuci e Fonseca - Alle Rechte vorbehalten.

LETS MARKETING